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Schwangerenberatung: Gesetzliche Grundlagen

Auszug aus dem Gesetz zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten (Schwangerschaftskonfliktgesetz - SchKG) vom 21.08.1995

§ 2 Beratung

1) Jede Frau und jeder Mann hat das Recht, sich zu den in § 1 Abs.1 genannten Zwecken in Fragen der Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung sowie in allen eine Schwangerschaft unmittelbar oder mittelbar berührenden Fragen von einer hierfür vorgesehenen Beratungsstelle informieren und beraten zu lassen.

2) Der Anspruch auf Beratung umfaßt Informationen über
  1. Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung
  2. bestehende familienfördernde Leistungen und Hilfen für Kinder und Familien, einschließlich der besonderen Rechte im Arbeitsleben,
  3. Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangerschaft und die Kosten der Entbindung,
  4. Soziale und wirtschaftliche Hilfen für Schwangere, insbesondere finanzielle Leistungen sowie Hilfen bei der Suche nach Wohnung, Arbeits- und Ausbildungsplatz und deren Erhalt,
  5. Die Hilfsmöglichkeiten für behinderte Menschen und ihre Familien, die vor und nach der Geburt eines in seiner körperlichen, geistigen oder seelischen Gesundheit geschädigten Kindes zur Verfügung stehen,
  6. Die Methoden zur Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs, die physischen und psychischen Folgen eines Abbruchs und die damit verbundenen Risiken,
  7. Lösungsmöglichkeiten für psychosoziale Konflikte im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft,
  8. Die rechtlichen und psychologischen Gesichtspunkte im Zusammenhang mit einer Adoption.

Die Schwangere ist darüber hinaus bei der Geltendmachung von Ansprüchen sowie bei der Wohnungssuche, bei der Suche nach einer Betreuungsmöglichkeit für das Kind und bei der Fortsetzung ihrer Ausbildung zu unterstützen. Auf Wunsch der Schwangeren sind Dritte zur Beratung hinzuzuziehen.

 
Schwangerenberatung  

Möglichkeiten zur finanziellen Hilfe

Übersicht:

Die Bundesstiftung "Mutter und Kind - Schutz des ungeborenen Lebens"

Die Hilfen der Bundesstiftung werden ausschließlich werdenden Müttern, die sich wegen einer Notlage an eine anerkannte Schwangerenberatungsstelle wenden, für die Zeit der Schwangerschaft und/oder die Zeit nach der Geburt des Kindes gewährt. Die Hilfen dienen der Beseitigung einer Notlage und sollen der Schwangeren helfen, eine Lebensperspektive mit dem Kind zu entwickeln.

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Die Landesstiftung "Familie in Not - Rheinland-Pfalz"

In besonderen Notsituationen kann auch die Stiftung "Familie in Not - Rheinland-Pfalz" weiterhelfen. Die Stiftung verfügt über Mittel, um im Einzelfall schwangeren Frauen, kinderreichen Familien und alleinerziehenden Müttern und Vätern auf schnellem Wege eine finanzielle Hilfe zu gewähren.

Wie helfen die beiden Stiftungen?

Die Stiftungen gewähren finanzielle Unterstützung bei unterschiedlichen Notsituationen. Die konkrete Hilfeart und die Höhe der Unterstützung richten sich nach der individuellen Notsituation der Frau oder der Familie.

Ansprechpartner/Antragstellung

Für die Vermittlung von Hilfen aus der Bundesstiftung sind die anerkannten Schwangerenberatungsstellen im Bistum Trier zuständig. Anträge schwangerer Frauen auf Hilfen aus der Bundesstiftung werden ausschließlich über Schwangerenberatungsstellen vermittelt.

Hilfen aus der Landesstiftung können darüber hinaus auch über andere Sozialberatungsstellen, z.B. dem Allgemeinen Sozialen Dienst der Caritas und des SkF beantragt werden.

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Beihilfen aus dem Bischofsfonds für schwangere Frauen

Vor mehr als 30 Jahren hat der Bischof von Trier einen Fonds gegründet, aus dem schwangere Frauen in Notsituationen schnelle Hilfe gewährt werden kann.
Diese Hilfe soll alle betroffenen Frauen erreichen können, unabhängig davon, welche Beratungsstelle sie zuerst aufgesucht haben.

Wer kann die Hilfe erhalten?

Ratsuchende Frauen und Paare, die in Verbindung mit einer Schwangerschaft und/ oder Geburt finanzielle Hilfe benötigen.

Welche Hilfen sind möglich?

Die Hilfen richten sich nach der konkreten Bedarfslage und finanziellen Situation der ratsuchenden Frau. Anträge auf Beihilfen können während der Schwangerschaft, in Ausnahmesituationen bis vier Wochen nach der Geburt gestellt werden.

Beispiele sind Hilfen zu notwendigen Anschaffungen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt und Beihilfen zu Babynahrung.

Was ist zu beachten?

Gesetzliche Ansprüche müssen vorrangig beantragt werden. Es gibt Einkommensgrenzen, die für die Gewährung der Hilfen bedeutsam sind.
Die Beihilfe muss vor der Geburt des Kindes beantragt werden.

Was muss man tun, um die Hilfe zu erhalten?

Die Hilfen werden von den katholischen Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen des Caritasverbandes oder des Sozialdienst katholischer Frauen vermittelt.

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